Dieses Fenster hier schließen

Einsatzart Datum / Uhrzeit  Eingesetzte Ortswehren der Stadt Buxtehude Eingesetzte Fahrzeuge
TH 06.12.10  22:35 Buxtehude (Zug II), Neukloster, Umweltgruppe Buxtehude 41/12, 41/22, 41/25, 41/27, 41/44, 41/62, 41/71, 41/75, 41/76, 41/77, 41/78, 41/99
Ammoniakaustritt - Hotel Seeburg evakuiert

Großeinsatz in Neukloster: Die Buxtehuder Feuerwehr hat am Montagabend das Hotel "Seeburg" an der Bundesstraße 73 in Neukloster evakuiert. Aus einer Minibar in Zimmer Nummer 6 war Ammoniak ausgetreten. Es strömte in geringen Mengen aus dem Kühlkreislauf des Kleinkühlschranks aus.

Zwei Hotelgäste, 52 und 36 Jahre alt, hatten den beißenden Geruch wahrgenommen, als sie von einem Spaziergang zurückgekehrt waren. "Wir sind sofort runter zur Hotelrezeption", sagte der Geschäftsreisende. Kurz nach 18 Uhr hatte der 52-Jährige aus Sachsen-Anhalt sein Zimmer bezogen. "Da war noch alles in Ordnung", sagte der Gast dem TAGEBLATT. Rund 100 Feuerwehrleute aus Neukloster, Hedendorf, Buxtehude (Zug II) sowie die Umweltgruppe und die Gruppe "Messen und Spüren" der Kreisfeuerwehr rückten um 22.35 Uhr aus. 16 Personen, davon acht Hotelgäste, wurden in ein Nebengebäude der "Seeburg" an der Bundesstraße 73 gebracht.

Unter Atemschutz gelang es den Feuerwehrleuten schnell, die Ursache des beißenden Geruchs auszumachen. "Sie stellten den defekten Kleinkühlschrank auf den Balkon", sagte Buxtehudes Stadtbrandmeister Horst Meyer. Anschließend wurde Frischluft in das Gebäude geblasen. Mehrfach führte die Gruppe "Messen und Spüren" im Hotel mit ihren Geräten Schadstoffmessungen durch. Um 0.30 Uhr war klar: Personal und Gäste können zurück ins Hotel, lediglich der 52-Jährige musste in der Nacht zu Dienstag seine Sachen packen und wurde im Hotel umquartiert.

Ammoniak-Unfälle mit einem tödlichen Ausgang gebe es, selbst bei höheren Konzentrationen, "selten", sagte die Feuerwehr. Das liege zum einen am stechenden Geruch, zum anderen würden die Augen brennen. "Wir hätten die Minibar nicht ohne Atemschutz rausholen dürfen", sagte Ortsbrandmeister Günter Meyer. Das Mittel wird häufig in kleinen Kühlgeräten benutzt, in der Minbar im Hotelzimmer oder beim Campingkühlschrank.

Stichwort Ammoniak: eine chemische Verbindung von Stickstoff und Wasserstoff. Es ist ein stark stechend riechendes, farbloses und giftiges Gas, das zu Tränen reizt und erstickend wirkt.

Trotz Kälte: "Seeburg"-Inhaber Carl-Michael Hofmann versorgte die Freiwilligen von Feuerwehr und DRK mit Kaffee und Kuchen. Die B 73 war zeitweilig voll gesperrt. Es kam zu keinen größeren Verkehrsbehinderungen.

Bild & Text: Buxtehuder Tageblatt

Dieses Fenster hier schließen