| Ammoniakaustritt - Hotel
Seeburg evakuiert Großeinsatz in
Neukloster: Die Buxtehuder Feuerwehr hat am Montagabend das Hotel
"Seeburg" an der Bundesstraße 73 in Neukloster evakuiert.
Aus einer Minibar in Zimmer Nummer 6 war Ammoniak ausgetreten. Es strömte
in geringen Mengen aus dem Kühlkreislauf des Kleinkühlschranks aus.
Zwei Hotelgäste, 52 und 36 Jahre alt, hatten den beißenden Geruch
wahrgenommen, als sie von einem Spaziergang zurückgekehrt waren.
"Wir sind sofort runter zur Hotelrezeption", sagte der Geschäftsreisende.
Kurz nach 18 Uhr hatte der 52-Jährige aus Sachsen-Anhalt sein Zimmer
bezogen. "Da war noch alles in Ordnung", sagte der Gast dem
TAGEBLATT. Rund 100 Feuerwehrleute aus Neukloster, Hedendorf,
Buxtehude (Zug II) sowie die Umweltgruppe und die Gruppe "Messen
und Spüren" der Kreisfeuerwehr rückten um 22.35 Uhr aus. 16
Personen, davon acht Hotelgäste, wurden in ein Nebengebäude der
"Seeburg" an der Bundesstraße 73 gebracht.
Unter Atemschutz gelang es den Feuerwehrleuten schnell, die Ursache
des beißenden Geruchs auszumachen. "Sie stellten den defekten
Kleinkühlschrank auf den Balkon", sagte Buxtehudes
Stadtbrandmeister Horst Meyer. Anschließend wurde Frischluft in das
Gebäude geblasen. Mehrfach führte die Gruppe "Messen und Spüren"
im Hotel mit ihren Geräten Schadstoffmessungen durch. Um 0.30 Uhr war
klar: Personal und Gäste können zurück ins Hotel, lediglich der
52-Jährige musste in der Nacht zu Dienstag seine Sachen packen und
wurde im Hotel umquartiert.
Ammoniak-Unfälle mit einem tödlichen Ausgang gebe es, selbst bei höheren
Konzentrationen, "selten", sagte die Feuerwehr. Das liege
zum einen am stechenden Geruch, zum anderen würden die Augen brennen.
"Wir hätten die Minibar nicht ohne Atemschutz rausholen dürfen",
sagte Ortsbrandmeister Günter Meyer. Das Mittel wird häufig in
kleinen Kühlgeräten benutzt, in der Minbar im Hotelzimmer oder beim
Campingkühlschrank.
Stichwort Ammoniak: eine chemische Verbindung von Stickstoff und
Wasserstoff. Es ist ein stark stechend riechendes, farbloses und
giftiges Gas, das zu Tränen reizt und erstickend wirkt.
Trotz Kälte: "Seeburg"-Inhaber Carl-Michael Hofmann
versorgte die Freiwilligen von Feuerwehr und DRK mit Kaffee und
Kuchen. Die B 73 war zeitweilig voll gesperrt. Es kam zu keinen größeren
Verkehrsbehinderungen.
Bild & Text: Buxtehuder Tageblatt
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