Die Geschichte der Ortswehr Buxtehude Zug I

entnommen aus der Chronik zur 125-Jahr Feier 1993 (verantwortlich: H.O. Erhorn)

 

Das Feuerlöschwesen in Buxtehude

 

aus den Unterlagen der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Buxtehude zusammengestellt von Uwe Hampe.

 

 Die Ursprünge
 Die Gründung und Entwicklung der Freiwilligen Feuerwehr in Buxtehude
 Der große Brand von 1911
 Die Entwicklung der Wehr nach 1945
 Die Führer der Freiwilligen Feuerwehr Buxtehude in den letzten 135 Jahren

 



Die Ursprünge

Dem Feuer zu trutzen und dadurch die Stadt zu schützen, gilt es bereits seit Jahrhunderten. Deshalb muss der Ursprung des Feuerlöschwesens in unserer Stadt im Mittelalter gesucht werden, Aufzeichnungen darüber liegen jedoch kaum vor. Einen kleinen Einblick in die Ursprünge vermitteln die überlieferten ,,Feuerordnungen" und ,,Reglemente":

Der Rat der Stadt Buxtehude verordnete, dass ab 1597 im Stadtgebiet alle mit Stroh oder Reet gedeckten Häuser mit Ziegelpfannen umgedeckt sein mussten. In der zehn Jahre später erlassenen Feuerordnung wird dem Stadtmusiker, der bis 1615 im Turm des Geesttores wohnte, auferlegt, bei Feuer mit der Trompete Alarm zu geben und anschließend die Glocke zu schlagen.

Sehr aufschlussreich ist die "Feuer-Ordnung", die 1634, also während des 30jährigen Krieges, erlassen wurde. Darin heißt es unter anderem:

"Demnach diese gantze Stadt unlängst in großer Feuersnoth und Totell ruin gestanden undt darbey allerhand defect, Unordnung und mangell befunden, die wier Ambts und Obrikeitßwegen abzuschaffen, dargegen aber die am 7. January des 1607 Jahres aus Vätterlicher Sorgfaltigkeit zublinierte Feuerordnung wiederum Zurevidiren als hochnötig Befunden. So haben wir insgemein, undt ein jedweder insonderheit dem allerhöchsten Gotte inbrünstig zu danken, daß seine Allmacht in seinem gerechten Zorn, seiner grundtloßen Barmherzigkeit eingedenk gewesen, undt daß arme sündige Menschen, nach unserem Verdienste, im Feuer nicht gar umkommen, undt verderben laßen, sünder Volk, den Allmächtigen flehentlich von hertzen anzurufen, daß er Alle noth und gefahr hinfüro von dieser guten Stadt gnediglich abwenden und behüten wolle."

Als vorsorgliche Maßnahme wird den Einwohnern der Stadt in dieser ,,Feuer-Ordnung" ausdrücklich aufgegeben:

,,Ein jeder soll des Nachts in seiner Küche einen Eymer oder Ballie und in heißen Sommerzeiten, sonderlich im Julio und Augusto, oder wenn man Sand traget und den Viefer reiniget, vor oder hinder der Thüren nach der Straße eine Comen mit Waßer oder eine ziembliche Ballie, um besorgliche Gefahr, in Bereitschaft haben soll, bey Pfendung des Rathsdieners.

"Das am 28. Oktober 1749 vom Senat der Stadt Buxtehude herausgegebene ,,Reglement für die Feuer-Geschworenen und den Ihnen beygegebenen beeidigten Maurermeister und Schornsteinfeger" erwähnt die angeschafften ,,beyden großen und eine kleine Sprütze nebst Zubringer", die in dem ,,dazu verfertigten Sprützenhause auf dem St.-Petri-Kirchhofe aufbewahret,, wurden. Aufgabe der Feuer-Geschworenen war, ,,dahin zu sehen, dass die Feuer-Herde, Rauchkammern und Schronstein mit eisernen Thüren vorhanden seyn, hölzerne Thüren seyen nicht mehr zu dulden.

"Es heißt darin weiter:

,,Ob das Stroh, Heu und anderes Futter, desgleichen die Feuerung, als Holtz und Torf wie durch die Viehställe wenigstens 2 Ellen weit von den Feuer-Herden und Kaminen entfernt seyn."

,,Bey den Kaufleuten, Krämern, Hökern und anderen, so Pulver, Flachs, Hampf, Theer und Thran oder dergleichen anzündende Waaren zu kaufen oder sonst in ihren Häusern haben, haben die Feuer-Geschworenen zu beobachten, ob selbiges an obgelegenen Orten, dahin weder Feuer noch Licht kömmt, oder sonst wohl bedeckt verwahret werde."

Besonders scharf waren die Vorschriften gegenüber den Brauern, Mälzern, Brennern, Bäckern, Seifensiedern und ,,solchen Gilden, die mit Spänen umgehen, als da sind Böttcher, Tischler, Drechsler und Radmacher." Ihnen war bei einer Strafe von 20 Reichsthalern verboten, ein Feuer oder Licht unbeaufsichtigt zu lassen. Grund dafür waren die damaligen Feuerungsanlagen. In den Holz- und Fachwerkbauten bestanden diese aus mit Lehm beschmiertem Holzflechtwerk. Die Schornsteine waren aus Brettern mit Lehm getüncht aufgeführt.

Daher schreibt das neue Reglement auch vor, dass künftig keine ,,Feuerstädten, Camine, Schornsteine, Brauhäuser, Darren, Backöfen, Branntweins-Blasen keineswegs von Holtz oder Zaumwerk gemacht, sondern von Grund aus mit gebackenen Steinen aufgeführt werden müssen.

Die Bedienung der ,,Sprützen" hatten gewisse Handwerksämter oder Gilden unter Leitung eines ,,Commandanten" übernommen. Außerdem mussten vermögende Bürger zwei lederne Eimer, eine hölzerne oder metallene Handsprütze, einen Feuerhaken, eine Axt und eine gute Leiter "jederzeit in seinem Hause an die Hand zu haben schuldig sein".

An folgenden Stellen werden laut § 43 des Reglements weitere Feuereimer, Leitern und Haken vorgehalten:

Im Rathaus  
Löbl. Cämmery 12 Feuereimer
Brauer Collegium 12 Feuereimer
Brenneramt 10 Feuereimer
Hökeramt 8 Feuereimer
Schusteramt 6 Feuereimer
Schneideramt 6 Feuereimer
Wandmacheramt 6 Feuereimer
Knochenhaueramt 6 Feuereimer
Schiffergilde 6 Feuereimer
Radmacheramt 4 Feuereimer
Glaseramt 2 Feuereimer
Leineweberamt 2 Feuereimer
Drechsleramt 2 Feuereimer
Amt der Böttcher 4 Feuereimer

 

Außerdem hatten die vorstehenden Ämter und Gilden Leiter und Haken zu stellen, die auf folgende Ämter verteilt waren:

Tischleramt 1 Leiter 1 Haken
Schneideramt 1 Leiter 1 Haken
Drechsleramt 1 Leiter 1 Haken
Glaseramt 1 Leiter 1 Haken

 

Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts wurde an dieser Regelung festgehalten. Ein Teil des ,,Städtischen Sprützen-Corps" mit etwa 20 Mann und einer Spritze beteiligte sich an der Löschung des großen Hamburger Brandes, durch den vom 5. bis 8. Mai 1842 ein großer Teil der Hansestadt eingeäschert wurde. Der Transport des Löschkommandos erfolgte nach Hamburg und zurück mit einem Segelschiff. Ein Jahr später erhielt jeder Helfer vom Senat der Freien und Hansestadt Hamburg ein aus dem Kupfer der eingeäscherten Kirchen angefertigtes und auf der Brust zu tragendes Dankeszeichen nebst Urkunde verliehen. Auch im damals selbstständigen Altkloster war in dieser Zeit bereits eine Feuerspritze vorhanden. Nach alten Berichten wurde dem Altkloster Vogt Fick bei dessen Dienstantritt im Jahre 1851 zwei Schlüssel zum Spritzenhaus und eine Akte über die Unterhaltung der Feuerspritze ausgehändigt. Es steht nicht genau fest, aber es wird vermutet, daß es sich dabei um die alte Amtsspritze handelte. Diese Spritze war bis 1848 in Buxtehude in einem Raum in der Kirchenstraße untergebracht gewesen. Bis 1848 gehörten die in der Stadt Buxtehude gelegenen Gebäude des Amtshofes in der Ritterstraße, die Komwassermühle am Fleth und der Wedenhof zum Amt Altkloster. Das Spritzenhaus in der Kirchenstraße wurde schon 1790 erwähnt.

In einem Bericht an das königliche Amt in Harsefeld teilte Fick 1851 mit, dass zum Probieren der im Ort stehenden herrschaftlichen Feuerspritze, wie bislang gehandhabt, zweimal im Jahr sechs Mann gestellt werden, eine Unterhaltung der Spritze jedoch lehnte er ab. - Ob dieser Feuerschutz wirksam war, muss bezweifelt werden. In der Winterschen Papierfabrik jedenfalls wurde eine eigene Werksfeuerwehr aufgestellt, die uniformiert war und sich aus jungen Werksangehörigen zusammensetzte, die während der Arbeitszeit übten.

Die Gründung und Entwicklung der Freiwilligen Feuerwehr in Buxtehude

Der Zustand, dass allein die Gilden den Schutz vor Feuer übernommen hatten, führte in der Mitte des 19. Jahrhunderts zu immer größeren Missständen. Es wurde deshalb die Einführung einer Pflicht- und Zwangsfeuerwehr beschlossen. Die Feuerlösch-Ordnung vom 21. Februar 1868 schreibt zum Beispiel vor:

Das männliche Mitglied der Stadtgemeinde vom vollendeten 18. bis 60. Lebensjahre ist zur Hilfeleistung bei der Löschung eines ausgebrochenen Feuers, sowie zur Teilnahme an den angeordneten Sprützenproben und sonstigen behuf des Feuerlöschwesens nötigen Übungen verpflichtet."

Aber wie überall, so ist die Pflicht- und Zwangsfeuerwehr auch in Buxtehude immer ein Schmerzenskind des Magistrats gewesen, wovon viele Aufzeichnungen im Archiv zeugen. In vielen Städten und Orten, vor allem in Niedersachsen, bildeten sich um das Jahr 1860 herum Vereine, die das Löschen ausgebrochener Brände und Retten von Menschen und Gegenständen freiwillig übernahmen. Am 15. Juli 1868 beschloss der Magistrat, der Anschaffung einer Dampfspritze näherzutreten. Nach dem Besuch des ersten Niedersächsischen Feuerwehrtages am 26. Juli 1868, entschlossen sich mehrere Buxtehuder Bürger, auch hier eine Freiwillige Feuerwehr zu gründen.

 

Die Gründer der FF Buxtehude im Jahre 1868

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stehend: Herrmann - Dierks - Klehn - Meyer - Krützelmann - Hink
sitzend: Dreyer - Lühning - Schipper - Müller - Bordtheiser

 

Dabei scheint es nicht ganz ohne Meinungsverschiedenheiten zugegangen zu sein, berichtet doch das ,,Buxtehuder Wochenblatt" in seiner Ausgabe vom Freitag, den 25. September 1868:

,,x Buxtehude. Durch das vor acht Tagen hier stattgefundene Feuer sind wir wieder an die schon vor Wochen beabsichtigte Bildung einer hiesigen Feuerwehr erinnert worden. Über die Nützlichkeit einer solchen wird niemand in Zweifel sein, der bei dem Brande zugegen war und bemerken musste, dass trotz allem Eifer der Helfenden doch die gehörige Vertheilung der Kräfte, das geregelte Ineinandergreifen der verschiedenen Thätigkeiten und die ordnende Oberleitung fehlten, und dass der an sich schon so beschränkte Raum durch eine Menge müßiger Zuschauer noch mehr beengt wurde.

Beim Dasein einer wohlgeordneten Feuerwehr wären diese und noch andere Übelstände vermieden worden.

Dass aber eine solche bis jetzt noch nicht hat zu Stande kommen wollen, hat vorzugsweise darin seinen Grund, dass man den hiesigen Turnverein entbehren zu können geglaubt und denselben als solchen nicht zur Betheiligung aufgefordert hat, während doch die Turnvereine die eigentlichen Begründer der Feuerwehren sind und - was auch natürlich ist - das Hauptelement derselben ausmachen, und dass man sein Hauptaugenmerk vorzugsweise (- wir könnten fast sagen ,,ausschließlich,, -) auf Einheimische gerichtet hat, da man doch bald dahin kommen sollte, unter Deutschen keinen Unterschied zwischen Fremden und Einheimischen zu machen. (- Der Grund, dass durch Fremde öfter Lücken in der Feuerwehr eintreten könnten, ist nicht stichhaltig! -)

Macht man sich von solcher Engherzigkeit los und legt man die Bildung und Leitung der Feuerwehr nur in die richtigen Hände, so wird man am Gelingen des guten Werkes nicht zu zweifeln haben."

Die erste Aufzeichnung im Protokoll der Wehr ist mit dem 23. September 1868 datiert. Danach sind in der ,,Versammlung der Freiwilligen Feuerwehr zu Buxtehude die Statuten der Harburger Freiwilligen Feuerwehr im allgemeinen als Norm für die hiesige Freiwillige Feuerwehr angenommen. Etwaige Abänderungen der angeführten Statuten sollen, wenn sich solche später als notwendig herausstellen, in einer anderen Versammlung angenommen werden."

Am 3. Oktober wurde dann in einer Versammlung, die ,,zur Bildung einer freiwilligen Feuerwehr zu Buxtehude zusammengerufen, zuförderst zur Wahl eines Kommandeurs geschritten". Von den 28 anwesenden Wahlberechtigten stimmten 18 für Johann Meywald. In der Versammlung am 14. Oktober wurden die Statuten endgültig festgelegt, dabei wurde als Name ,,Feuerlösch- und Rettungsverein Buxtehude" gewählt. In den Vorstand wurden berufen J. Meywald, H. Kohrs, F. Wiedemann und J. Bordtheiser.

Die Statuten wurden später von den Kameraden der Feuerwehr unterzeichnet und mussten von jedem neuen Mitglied durch Unterschrift anerkannt werden.

Der Magistrat der Stadt genehmigte die ihm vorgelegten Statuten und änderte die städtische Feuerlöschordnung dementsprechend ab. Die Feuerwehr wurde teilweise mit Uniformen und anderen Ausrüstungsgegenständen wie Helmen und Beilen versehen. Zur Anschaffung einer ,,Kurzschen Spritze" bewilligten die städtischen Kollegien 700 Reichstaler. Die Spritze wurde unter dem Kirchturm eingestellt. Zur Vervollständigung der Geräte steuerte die Wintersche Papierfabrik am 23. Oktober 1868 50 Reichstaler bei, die Aachen-Müchener Versicherungs-Gesellschaft schoss am 23. November 1868 75 Reichstaler zu. Unter dem 17. Februar 1869 bewilligte die Königlich-Preußische Landdrostei Stade im Einvernehmen mit dem Präsidenten der Bremen und Verdenschen Brandkasse 200 Reichstaler als Beihilfe zur Beschaffung von Ausrüstungsgegenständen. Die Wehr war dadurch in die Lage versetzt, für damalige Verhältnisse ,,modern" ausgerüstet zu sein, die Zahl ihrer Mitglieder erhöhte sich sehr schnell auf 71.

Was in den folgenden Jahren in der Wehr geschah, lässt sich anhand der überlieferten Protokolle der jährlichen Generalversammlungen verfolgen. Daraus soll nachfolgend - ohne Anspruch auf Vollständigkeit - berichtet werden:

Am 16. Februar 1894 musste die Versammlung, da der bisherige Kommandeur Johann Meywald verstorben war, einen Nachfolger wählen. Mit großer Mehrheit wurde von den 52 anwesenden Mitgliedern der bisherige Stellvertreter, Lederhändler Dietrich Hermann zum ,, Präses" gewählt, ,,Vizepräses" wurde der Auktionator Carl Schipper. 1895 wurden die Schläuche der kleinen Spritzen versuchsweise mit Storzkupplungen versehen. 1898 löste Carl Schipper den bisherigen Kommandeur ab und führte die Wehr bis 1900. Als er in diesem Jahr eine Wiederwahl ablehnte, trat der Tischlermeister Christian Dreyer an die Spitze der Wehr.

Am 1. April 1901 wurde der Verein umbenannt in ,,Freiwillige Feuerwehr Buxtehude", am 26. September 1908 konnte das 4ojährige Bestehen mit einem Kommers begangen werden. Das Großfeuer 1911 gab den Anlass für die Beschaffung einer Dampfspritze mit einer Leistung von 1500 Liter / Minute. Bis zur Lieferung im Frühjahr 1912 stellte die Firma Tidow, Hannover, eine Leihspritze zur Verfügung. Im Herbst 1912 beschaffte sich die Feuerwehr eine ,,mechanische Ausziehleiter von 14 Meter Höhe von der Firma C. D. Magirus in Ulm". Das erforderliche Geld war von den Buxtehuder Einwohnern gestiftet worden. Zu dieser Zeit baute die Stadt Buxtehude ein Wasserleitungsnetz, das die ganze Stadt - mit Ausnahme der Moorgebiete - umfasste. Es wurden 48 Feuerlösch-Hydranten aufgestellt, der Druck betrug etwa 5,5 Atmosphären.
 

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Dampfspritzenzug 1912

 

45 Mitglieder der Feuerwehr nahmen am 1. Weltkrieg teil, vier ließen ihr Leben im Kampf für das Vaterland. Die nicht eingezogenen Mitglieder der Wehr und die Ehrenmitglieder übernahmen im August 1914 die Überwachung der Durchgänge und Eisenbahnbrücken in der Nähe Buxtehudes. Der Dienst wurde in Feuerwehr-Uniform versehen.

1919 stellte Christian Dreyer sein Amt als Kommandeur aus Altersgründen zur Verfügung, zu seinem Nachfolger wurde der Reepschläger Heinrich Saul gewählt. Dieser lehnte im Jahr darauf die Wiederwahl ab und wurde zum stellvertretenden Kommandeur gewählt. Das Kommando übernahm der Kaufmann Erich Meyer. 1920 trat die Wehr dem Kreisfeuerwehrverband Jork bei.

In diesen Jahren wurde die Unzufriedenheit mit der immer noch bestehenden Zwangsfeuerwehr immer größer. Die freiwillige Wehr verfügte über mehrere gute Handdruckspritzen und eine Dampfspritze, die große Zahl der Hydranten und die 70 Mitglieder der Wehr gewährleisteten eine wirksame Bekämpfung ausbrechender Feuer. Auf Antrag des Magistrats der Stadt entband dann auch der Regierungspräsident durch Verfügung vom 9. Juli1921 die Stadt Buxtehude von der Verpflichtung zur Bildung einer besonderen Gemeinde (sprich: Pflicht-) Feuerwehr.

1925 wurde der 7. Feuerwehr-Verbandstag für den Kreis Jork in Buxtehude in großem Rahmen mit Festzug, Löschmanövern, Konzert und Ball begangen. Aus dem Jahresbericht für 1925/26 entnehmen wir folgende Einzelheiten:

Die Wehr hat heute 85 Mitglieder, davon wirklich verwendungsfähig 66 Mitglieder, 12 Ehrenmitglieder und 7 von den Übungen befreite Mitglieder. Die Zahl der außerordentlichen Mitglieder beträgt ca. 180. Alarmiert wurde die Wehr zur Feuerlöschhilfe sechsmal und trat fünfmal in Tätigkeit und zwar bei Aldag, Ellerbruch, dem Großfeuer in Neukloster (- dort wurden 20 Gebäude vernichtet -) Behr, Westmoor, Dr. Meyer, Poststraße und Tischlermeister Dreyer, Lange Straße. Die Wehr hielt im letzten Jahre ab:1 Hauptversammlung, 4 sonstige Versammlungen, 4 Vorstandssitzungen und 18 Übungen. . . An Geräten und Ausrüstungsgegenständen wurden beschafft:1 Königscher Rauchhelm mit Spracheinrichtung, imprägnierte Mäntel für 4 - Strahlrohrführer, 59 Helme, 8 Beile mit Koppel, 2 Sanitätsmützen, 1 Steigergürtel, komplette Ausrüstung für den Elektriker, Schlauchbinden und Dichtungsschrauben und ein Schrank... Der Kommandeur berichtete dann über das veränderte Alarmwesen. Als wertvolle Ergänzung wurde die Anschaffung einer elektrischen Alarmsirene gewünscht. Die Versammlung zeigte sich damit einverstanden, dass der Vorstand Offerten einholt und die Vorführung einer solchen veranlasst. Zum Neubau des Spritzenhauses machte Kamerad F. Wehde die Mitteilung, dass Aussicht bestände, mit dem Bau noch in diesem Jahre zu beginnen, und zwar auf dem alten Platze.

 

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FF Buxtehude 1925

 

Am 15. September 1928 fand aus Anlass des 6ojährigen Bestehens der Freiwilligen Feuerwehr Buxtehude ein Festabend beim Gastwirt Brandt statt, an den sich die noch lebenden Teilnehmer gerne erinnern. Dabei wurde - wie der verantwortliche Schriftleiter des Buxtehuder Tageblattes, Theodor Huebner, der gleichzeitig Schriftführer im Vorstand der Wehr war, in der Ausgabe des BT vom 17. September schreibt - klar, ,,dass in unserer Stadt rechtzeitig die Bedeutung eines geregelten Feuerschutzes für Hab und Gut erkannt wurde. Und doppelt lobenswert war es, dass sich tatkräftige Männer fanden, die freiwillig das schwere und verantwortliche Amt eines Feuerwehrmannes übernahmen, ihre Zeit zur Ausbildung opferten und bis heute manchen schweren Brand verhüten oder doch auf seinen Herd beschränken konnten."

Im folgenden Jahr (1929) gab es Unstimmigkeiten in der Wehr, der Dampfspritzenzug setzte den Rücktritt des Gesamtvorstandes durch. Auf einer außerordentlichen Versammlung am 11. Dezember wurde die alte Satzung in einigen Punkten geändert, vor allem wurde bestimmt, dass die Zugführer und ihre Stellvertreter künftig von dem ,,Hauptmann" und drei von jedem Zug vorzuschlagenden Kameraden ernannt werden sollen. An Stelle des aus gesundheitlichen Gründen ausgeschiedenen verdienstvollen Kommandeurs Erich Meyer wurde dann mit großer Mehrheit von der Versammlung der Drogist Heinrich Köpcke zum Hauptmann gewählt, der stellvertretende Hauptmann Gastwirt Ernst Lühmann und Schrift- und Kassenführer Theodor Huebner wurden in ihren Ämtern bestätigt. 1935 übernahm Fridrich Pröhl das Amt des Schrift- und Kassenführers.


Der große Brand von 1911

Der verheerendste Brand, der - soweit überliefert - unsere über tausend jährige Stadt jemals heimgesucht hat, ereignete sich 1911. Genauer müssen wir wohl feststellen, dass es drei Riesenfeuer waren, die in kurzen Abständen loderten. Sie legten fast den gesamten Häuserblock zwischen Breite Straße, Lange Straße, Kirchenstraße und Ostfleth mit dem alten Rathaus in Asche. Über den ,,Großen Brand", den einige Leser dieser Zeilen selbst miterlebt haben, ist viel erzählt und geschrieben worden, wobei manches fortgelassen und auch einige hinzugesetzt worden ist. Wir übernehmen daher hier den sachlichen Rückblick des ,,Buxtehuder Wochenblattes", indem es heißt:

Der 14. August 1911 wird in der Geschichte unserer Stadt späteren Zeiten wohl in ewigem Angedenken stehen bleiben. Unser altes ehrwürdiges Buxtehude ist an diesem Tage von einem Brandunglück heimgesucht worden, wie es in den Annalen unserer Stadtgeschichte noch nicht zu verzeichnen war. Nachdem erst vor einigen Wochen in kurzem Zwischenraum das Stadtviertel zwischen Breite Straße und der St. Petri-Kirche von zwei großen Bränden betroffen war, bei denen sechs große Häuser total zerstört und drei große Häuser zum Teil recht schwer beschädigt wurden, ist am 14. August fast der ganze Häuserblock dieses Viertels dem Feuer zum Opfer gefallen und total verwüstet worden. Wie wir schon in der vorigen Nummer dieses Blattes kurz mitteilen konnten, entstand das Feuer mittags 2 Uhr in den Stallräumen der Koop'schen Wirtschaft, in der Breiten Straße gelegen. Es ist den Bewohnern des Hauses ein Rätsel, wie überhaupt dort oberhalb des Viehstalles das Feuer hat so plötzlich ausbrechen können, da eben vorher der Besitzer daselbst gewesen war und nichts vom Feuer, nicht einmal Brandgeruch bemerkt hat. Das Feuer dehnte sich in den mit Futterstoffen und Erntevorräten gefüllten Stallungen und Hintergebäuden sehr schnell aus, so dass, als die Wehr mit ihrem Löschmaterial ankam, schon ein ganzer Komplex von Gebäuden in Flammen stand. In kurzer Zeit war auch das große Mackenthun'sche Hotel von dem wütenden Elemente ergriffen, dann fraß sich das Feuer nach den Hintergebäuden der Kirchenstraße durch. Sofort wurde vom Branddirektor telefonisch die Harburger und Jorker Dampfspritze zur Hilfeleistung erbeten und als später das Rathaus und die Ostseite der Langen Straße bedroht waren, die Hamburger Feuerwehr zu Hilfe gerufen. Die Wehren trafen dann auch in verhältnismäßig kurzer Zeit hier ein, und zwar von Jork aus mit einer Dampfspritze, von Harburg aus mit einer Dampfspritze, und mit einer großen Motorspritze und zwei großen Dampfspritzen von Hamburg aus. Die Spritzen von Harburg, mit ihr Herr Oberbürgermeister Denicke, Senator Osterholz, Branddirektor Wiese, und von Hamburg kamen per Bahn in zwei Extrazügen hier an. Ein Aufatmen ging durch unsere Bürgerschaft, als diese sehnlichst erwartete Hilfe zur Stelle war und mit erneuter Kraft setzten die braven Feuerwehrleute unserer kleinen Wehren, die schon fast Übermenschliches geleistet hatten, ihre Rettungsarbeiten wieder fort, ohne jedoch verhindern zu können, dass im ganzen 29 Wohnhäuser, darunter unser altes ehrwürdiges Rathaus und 14 zum Teil große Hintergebäude, den Flammen zum Opfer fielen. Zum Glück konnte das Stadtarchiv, sämtliche Akten, sowie die wertvollen Sachen unseres städtischen Museums, das sich im Rathause befand, gerettet werden. Bei diesem Rettungswerk zeichneten sich besonders die Schüler unserer Kgl. Baugewerkschule und unserer städtischen Realschule aus. Ebenfalls hat die Stahlkammer unserer Sparkasse standgehalten. Das Sparkassenbüro bleibt infolgedessen vorläufig in ihren bisherigen Räumen. Dagegen ist unsere Stadtverwaltung mit ihren übrigen verschiedenen Abteilungen nach der 1. Etage des ,,Casino" (M. Prigge), Lange Straße, gezogen und wird vorläufig hier bleiben. Etwas nach 6 Uhr erschien Branddirektor Westphalen aus Hamburg im Automobil auf der Brandstätte, um sofort die Löscharbeiten in die Hand zu nehmen. Mit den beiden Hamburger Dampfspritzen war der Brandmeister Dr.-Ing. Dieckmann gekommen, der bei den Löscharbeiten im Rathause verunglückt ist. Als derselbe sich in dem engen Gang zwischen dem Rathause und dem Schuhmacher Vagtschen Hause befand, stürzte eine Fachwerkwand des letzteren ein und begrub den Brandmeister fast gänzlich unter sich. Nur wie durch ein Wunder blieb derselbe fast gänzlich unversehrt und konnte schnell von seinen Leuten aus seiner misslichen Lage befreit werden. Er leidet aber jetzt unter häufigen schweren Ohnmachtsanfällen.

 

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Blick auf das "Rathaus" nach dem Brand

 

Einige Male schien es, als wenn auch ein Teil unserer Langen Straße dem gierigen Element zum Opfer fallen sollte, brannten doch verschiedene Dachgiebel, so der Goldschmied Brunckhorst'sche, der Enderstein'sche, der Saul'sche und ebenfalls war das W. Hoyer'sche Haus arg bedroht. Zum Glück gelang es jedoch, noch jedes Mal das Feuer im Keime zu ersticken und somit die Gefahr, in der die Häuser an der östlichen Seite der Langen Straße schwebten, noch abzuwenden. Leider sind auch einige Feuerwehrleute zu Schaden gekommen, so der verheiratete Schlossergeselle Kunkel aus Altkloster, der vom Gerüst eines Neubaues stürzte und so unglücklich mit dem Kopf auf die Sprossen einer Leiter schlug, dass er schwere Verletzungen davontrug, um dann noch in eine Kalkgrube zu stürzen, in welcher er sich auch schwer die Augen verbrannte. Ein Harburger Feuerwehrmann erlitt einen Armbruch. Eine nach Tausenden zählende Menschenmenge bewegte sich in den Straßen der Stadt, um dem schaurigen Wüten des erbarmungslosen Elementes zuzusehen; von einer großartigen, unheimlichen Pracht war der Anblick des großen Brandherdes von der Plattform unseres St. Petri-Kirchturmes aus.

Endlich gegen 10 Uhr abends war das Feuer lokalisiert und ein Teil der Dampfspritzen, die sich an der Marschtorbrücke, auf der Flethbrücke bei dem Sattler Burmester'schen Hause, und an der Geesttorbrücke bei der J. Vetterli'schen Buchdruckerei befanden, konnten abrücken. An der letzten Brücke blieb noch eine Hamburger Dampfspritze während der ganzen Nacht in Tätigkeit und konnte am Dienstag morgen einen neuausgebrochenen Brand im Tischler Dreyer' schen Hause an der Langen Straße nach kurzer Zeit löschen. Wäre diese Dampfspritze nicht mehr hier gewesen, so wäre zweifellos dieser zweite Häuserblock ebenfalls vernichtet worden.

Allem Anschein nach liegt bei allen letzten Bränden Brandstiftung vor. Wie das Gerücht über einen neuen bevorstehenden Brand entstanden ist, ist noch nicht klargelegt. Jedoch sollen sämtliche Brände vorausgesagt sein. Ein in dieser Beziehung verdächtigter Händler von hier wurde Dienstag morgen nach dem Dreyer'schen Brande zwar verhaftet, aber gegen Mittag wieder freigelassen.

Im Ganzen sind über 200 Personen obdachlos geworden. Zum Glück macht sich hier in unserer Stadt die Nächstenliebe in der schönsten Weise wieder geltend. Denn Freunde und Verwandte nicht allein, sondern fast alle Familien wetteifern darin, ihren schwergeprüften Mitbürgern Unterkunft zu gewähren und soweit es in den Kräften der einzelnen steht, die Not und Bedrängnis zu mildern.

Der Gesamtschaden beträgt nach oberflächlicher Schätzung weit über eine halbe Million Mark, der jedoch zum größten Teil durch Versicherung gedeckt ist.

Wie wir von amtlicher Seite erfahren, haben sich die städtischen Kollegien schlüssig gemacht, eine Dampfspritze in allerkürzester Zeit zu beschaffen und ist eine Kommission mit der Besichtigung, eventuell mit dem Ankaufe einer solchen betraut worden.

Zahlreiche Depeschen, welche fortwährend aus nah und fern hier einlaufen, bekunden die herzliche Anteilnahme, welche überall an dem Geschicke unserer Stadt genommen wird.

Eine sofort einsetzende Hilfsaktion für die Abgebrannten wurde von allen Seiten tatkräftig unterstützt, so dass der ersten Not bald gesteuert werden konnte. Die Tatkraft der Buxtehuder Einwohnerschaft war durch diese so plötzlich hereingebrochene Unglück aber nicht erlahmt. Nachdem der Brandplatz nach einigen Tagen ohne Gefahr betreten werden konnte, wurde unverzüglich mit den Aufräumungsarbeiten begonnen und die Vorarbeiten zu einem Wiederaufbau in Angriff genommen.

Heute zeugt ein neuer Häuserblock mit hübschen, den heimischen Bauarten sich anschmiegenden Gebäuden von dem einstigen Brandunglück, das unsere Stadt betroffen hat.



Die Entwicklung der Wehr nach 1945

Heinrich Köpcke, der neben dem Amt des Bezirksbrandmeisters auch das des Stadtbrandmeisters weiter ausübte, führte die Wehr auch nach Kriegsende weiter.

Am 23.1.1952 tritt H.-G. Wehde die Nachfolge von Friedrich Pröhl als Schriftführer und Kassenwart an.15.1.1954: Auf der Jahreshauptversammlung wird die Zusammenlegung beider Wehren (Buxtehude und Altkloster) erörtert.

Am 12.1.1959 scheidet Heinrich Köpcke sen. nach 30 Dienstjahren in leitender Stellung aus dem Amt und wurde vom Buchdrucker Gustav Hausmann als Stadtbrandmeister abgelöst. Zum Stellvertreter Hausmanns wird Paul Behrmann gewählt.

Anlässlich des l000 jährigen Bestehens der Stadt Buxtehude fanden in diesem Jahr mehrere Feuerwehrereignisse in unserer Stadt statt. Neben einem großen Festumzug, an dem außer der Buxtehuder Wehr auch viele benachbarte und befreundete Feuerwehrabordnungen teilnahmen, fand auch der 31. Kreis-Feuerwehr Verbandstag in Buxtehude statt. Am Sonntagnachmittag (7. Juni) gab es eine große Alarmübung in der Innenstadt. Simuliert wurde noch einmal der große Brand von 1911. Die Buxtehuder Wehr ist in diesem Jahr 55 Kameraden stark. Der Bestand an Löschfahrzeugen und Geräten: 1 TLF 16 T, 2 LF 16,2 TS 8/8, dazu 2 Anhängeleitern, Atemschutzgeräte und die sonst nötigen Geräte.

Im Dezember 1959 erhält die Wehr eine neue Satzung.

11.1.1962: Stadtbrandmeister Gustav Hausmann wird auf der Jahreshauptversammlung zum Hauptbrandmeister befördert. 2 Jahre später wird er mit dem Deutschen Feuerwehr-Ehrenkreuz II. Stufe ausgezeichnet.

Unter Hausmann' s Leitung hat die Feuerwehr vor allem bei der Motorisierung beachtliche Fortschritte gemacht. Sie besitzt zu diesem Zeitpunkt (1964) 1 TLF 16 T, 2 LF 16, 1 LF 8, 1 KLF 8, 1 AL 17, 1 TS 8/8, sowie Schaum- und Pulverlöschmittel. Die Wehr ist heute bei 70 Mann stark. Im Stadtgebiet von Buxtehude gibt es 140 Ober- und Unterflurhydranten.

Am 22. Mai 1964 bekommen 55 Feuerwehrkameraden sowie mehrere Zivilpersonen für ihren mutigen und selbstlosen Einsatz während der Flutkatastrophe im Februar 1962 die Flutmedaille verliehen.

Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung finden am 25. September 1966 die Bezirksfeuerwehr-Wettkämpfe in Buxtehude statt.

Im September 1968 kann die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Buxtehude auf ihr 6Ojähriges Bestehen zurückblicken. Das Jubiläum wird am 5. und 6. Oktober gebührend gefeiert.

Festfolge:

Sonnabend, 5. Oktober 19.30 Uhr, Fackelzug ab Halepaghenstraße zum Schafmarktplatz. Dort Übergabe des ,,Geburtstagsgeschenkes" anlässlich des Jubiläums, eine Drehleiter DL 30 h mit Rettungskorb und Kraneinrichtung. Zu diesem Zeitpunkt das Modernste, was die Industrie auf dem Markt anbietet. Anschließend Zapfenstreich und Kameradschaftsabend im ,,Waldschloß".

Sonntag, 6. Oktober 10.30 Uhr, Feierstunde in der Aula der Halepaghenschule mit Übergabe einer Standarte aus der Hand von Ehren-Kreisbrandmeister H.-A. Heyderich. Anschließend gemeinsames Mittagessen der Wehren und Gäste anderer Hilfsorganisationen. 15.00 h Große Alarmübung im Bereich des Buxtehuder Hafens mit Unterstützung der Wehren aus Dammhausen, HH-Cranz, Harsefeld, Stade, sämtliche Wehren aus den Unterkreisen Horneburg, Jork und Geest sowie den Helfern des DRK, THW, ZB und des Selbstschutzes. Simuliert wurde ein Flugzeugabsturz im Hafengelände mit Menschenrettung und Bergung, Personensuche sowie Brandbekämpfung von Gebäuden und Flugzeugwrack.

Und so stellt sich die Wehr zur 100 Jahrfeier personell und ausrüstungsmäßig dar: 

  Zug I Zug II
Aktive Mitglieder der Wehr 41 Kameraden 37 Kameraden
Passive Mitglieder der Wehr 25 Kameraden
Ehrenmitglieder 10 Kameraden
An Fahrzeugen und Geräten besitzt die Wehr zum Jubiläum: 1 Tanklöschfahrzeug: TLF 16 T mit UKW-Sprechfunk 1 Löschfahrzeug: LF 16
  1 Löschfahrzeug: LF 16 1 Löschfahrzeug: LF 8 TS
  1 Drehleiter: DL 30 h mit Rettungskorb 1 Kleinlöschfahrzeug: KLF mit 250 kg Löschpulver
  1 Kommandowagen: VW-Käfer mit UKW-Sprechfunk 1 Anhängeleiter: AL 17

 

 Ferner waren bei der FF Buxtehude 4 Handfunksprechgeräte, 6 Pressluftatmer PA 1600 sowie verschiedene Geräte zur Bekämpfung von Ölbränden und zum Wasserschutz vorhanden.

Auf der Jahreshauptversammlung am 7. Februar 1969 sprach Stadtbrandmeister G. Hausmann den Wunsch nach 2 neuen Feuerwehr-Gerätehäusern aus, die zwar nicht im Laufenden, jedoch im nächsten Jahr gebaut werden sollten, weil in den jetzigen Gerätehäusern weder Waschgelegenheit noch Toiletten vorhanden sind.

1970 regte Stadtbrandmeister Hausmann die Einrichtung einer Jugendfeuerwehr an. Das Thema wurde nach längerem Hin und Her zunächst zurückgestellt, da man der Auffassung war, die nötigen Voraussetzungen wie Ausbilder und zusätzliches Gerät seien nicht vorhanden.

Am 9. März 1970 fand eine außerordentliche Kommandositzung unter Leitung des Stadtbrandmeisters statt. Es wurde mit dem Stadtbaurat über die nähere Zukunft der beiden zu bauenden Feuerwehrgerätehäuser beraten.

1971 tritt eine neue Satzung nach Muster des niedersächsischen Ministers des Inneren vom 23. Februar 1970 für die FF Buxtehude in Kraft.

1972 Vergrößerung der Buxtehuder Feuerwehr durch Einführung der Gebietsreform von 72 auf 250 Aktive.

Buxtehude, den 11.1.1974: Auf der Jahreshauptversammlung kommt es zur Drohung der Buxtehuder Feuerwehr gegenüber den Vertretern von Rat und Verwaltung. Alle aktiven Wehrmänner wollen zum 1. Juli1974 ihre Jacken abgeben, wenn die Stadt kein neues Domizil baut.

1.3.1974: Das von der Feuerwehr gestellte Ultimatum hatte Erfolg. Der Rat der Stadt hat dem Bau eines neuen Feuerwehrgerätehauses für Zug 2 (Altkloster) absoluten Vorrang eingeräumt.

März 1975: Erster Spatenstich für das neue Feuerwehrgerätehaus ,,Am Eichholz". Das Gebäude wird voraussichtlich 276.000,- teurer als geplant.

11.Oktober1975: Einweihung des neuen Gerätehauses für den Zug 2. Es umfasst 5 Einstellboxen, 1 Wache, Werkstatt, Waschhalle mit Grube, Lager, Pantry, Garderoben, Sanitärräume, Unterrichtsraum, Schlauchlager, Schlauchwäsche, Schlauch- und Übungsturm und Atemschutzraum.
Die Freiwillige Feuerwehr plant die Gründung einer Jugendgruppe für 1976.

9.1.1976: Die Ortswehr Buxtehude wählt eine neue Führung und erhält somit auch ein neues Ortskommando.

 

Ortsbrandmeister: Paul Behrmann
Stellvertreter: Wilhelm Richters
Zugführer Zug 1: Günther Erhorn
Stellvertreter: Rolf Wintzen
Zugführer Zug 2: Karl- Heinz Jäschke
Stellvertreter: Heinz - Hermann Rieckmann
Beisitzer: Kurt Brandes, Eberhard Schulz, Horst Kaminski

 

1976 war das bisher einsatzreichste Jahr seit Bestehen der Wehr. Es wurden 97 Einsätze gefahren und fast 4000 Arbeitsstunden geleistet. Nach 18 Jahren an der Spitze der Buxtehuder Feuerwehr endete am 31. Dezember 1976 durch Erreichung der Altersgrenze die Amtszeit vonStadtbrandmeister HBM Gustav Hausmann. Er wird zum Ehrenstadtbrandmeister Buxtehudes ernannt. Zum Nachfolger Hausmanns als neuer Stadtbrandmeister wurde Karl-Heinz Jäschke gewählt. Mit einem Eklat endete am 13.1.1978 die Jahreshauptversammlung der Buxtehuder Ortswehr. Auf dem Höhepunkt einer erregt geführten Debatte verließen die Vertreter der Polizei und der stellvertretende Kreisbrandmeister kurz vor 24 Uhr den Saal. Zuvor hatten die Mitglieder der FF Buxtehude zum 2. Mal in ihrer nunmehr 1l0 jährigen Geschichte gedroht, ihre Röcke an den Nagel zu hängen, wenn nicht bis zum 2. April der Grundstein für das neue Feuerwehrgerätehaus Zug 1 gelegt und ferner bis zum 1. Juli ein Fahrzeug vom Typ TLF 24/50 bestellt ist.

Aber es gab auch erfreuliches auf dieser Versammlung. Seit genau 25 Jahren versieht Hans-Günther Wehde die beiden Ämter des Schriftführers und des Kassenwarts. Ehrensache, dass er einstimmig wiedergewählt wurde.

12.1.1979: Auf Grund seiner vielen Verdienste bei der Feuerwehr und in etlichen anderen Vereinen wurde Ehrenstadtbrandmeister Gustav Hausmann das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.

Am 24. November 1979 war endlich der Festtag für Zug 1. Der Erweiterungsbau des Gerätehauses "Bei der Kirche" war fertiggestellt und mit einer Einweihungsfeier und einem Tag der offenen Tür wurde er seiner Bestimmung übergeben. Rolf Wintzen übernimmt auf der Jahreshauptversammlung 1980 mit 20 : 16 Stimmen das Amt des Zugführers von Zug 1 von Günther Erhorn.

1982 legt Paul Behrmann sein Amt als Ortsbrandmeister durch Erreichen der Altersgrenze nieder. Mit 49 ja, 11 nein, 8 Enthaltungen sowie 2 ungültigen Stimmen wird Jürgen Hausmann zu seinem Nachfolger gewählt.

Nach 32 Jahren als Schriftführer und Kassenwart stellt Hans-Günther Wehde am 13.1.1984 seine Ämter zur Verfügung. Zum neuen Schriftführer und Kassenwart der Ortswehr Buxtehude wird Karsten Röhrs gewählt.

1986 kommt bereits der Neubau eines Feuerwehrgerätehauses für Zug 1 zur Sprache. Herr Gerdau, Vorsitzender des Inneren Ausschusses wies in seiner Rede auf den Bau hin. Es sei aus verkehrstechnischer Sicht erforderlich und bereits in die mittelfristige Finanzplanung der Stadt für 1988 aufgenommen.

8.1.1988: Stadtamtmann Werner Krohne wird zum Ehrenmitglied der FF Buxtehude ernannt. Er war seit 1958 Leiter des städtischen Ordnungsamtes und nicht nur im Rahmen seiner Tätigkeit, sondern auch darüber hinaus immer für die Feuerwehr da.

13.1.1989: Aus persönlichen Gründen tritt Rolf Wintzen als Zugführer Zug 1 zurück. Sein Nachfolger wurde bei 32 Gesamtstimmen Wolfgang Pape mit 25 Ja-Stimmen.

11.1.1991: Der für 1992 vorgesehene Neubau des Feuerwehrgerätehauses für Zug 1 wurde von Seiten der Stadt mit Rücksicht auf die schlechte Finanzlage auf 1993 verschoben. Guter Dinge zeigten sich 1992 auf der Jahreshauptversammlung die durch die Kommunalwahl neu an die Regierung gekommenen Vertreter des Rates. Der neue Bürgermeister, sowie auch der neue Vorsitzende des Inneren Ausschusses versprachen, während ihrer Amtsperiode das neue Gerätehaus Zug 1 seiner Bestimmung übergeben zu wollen.

1992 war das bisher einsatzreichste Jahr in der Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Buxtehude. Von den insgesamt 290 Einsätzen aller Feuerwehren Buxtehudes, fuhr die Ortswehr 270 und leistete 11.000 Stunden. Der Mitgliederbestand an aktiven Kameraden betrug am 31.12.1992 398 SB's.

Im Jahr 1993 feierte die Freiwillige Feuerwehr ihr 125jähriges Bestehen.

 



Die Führer der Freiwilligen Feuerwehr Buxtehude in den letzten 135 Jahren auf einen Blick:

 

1868 - 1894  

Johann Meywald (Präses)

1894 - 1898

Dietrich Hermann, Lederhändler

1898 - 1900

Carl Schipper, Auktionator

1900 - 1919

Christian Dreyer, Tischlermeister

1919 - 1920

Heinrich Saul, Reepschläger

1920 - 1929

Erich Meyer, Kaufmann

1929 - 1959

Heinrich Köpke, Drogist

1959 - 1976

Gustav Hausmann, Stadtbrandmeister

1976 - 1982

Paul Behrmann, Ortsbrandmeister

1977 - 1990

Karl-Heinz Jäschke, Stadtbrandmeister

1982 - 2003

Jürgen Hausmann, Ortsbrandmeister

1990 - 2008

Rolf Marquardt, Stadtbrandmeister

2004 - 2008

Horst Meyer, Ortsbrandmeister

seit 2008

Horst Meyer, Stadtbrandmeister

seit 2008

Jürgen Meyer, Ortsbrandmeister

 

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Heinrich Köpke

Gustav Hausmann

Paul Behrmann

Karl-Heinz Jäschke

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Jürgen Hausmann

Rolf Marquardt

Horst Meyer

Jürgen Meyer