Oldtimer VW Bulli TSF-T

 

 

Mit Indienststellung des TSF-T 1959 begann für die Ortswehr Hedendorf eine neue Ära. Statt einer schon antiken Motorspritze war nun ein modernes Fahrzeug mit einer neuen Tragkraftspritze und einem Schlauchanhänger vorhanden. Zur Erinnerung an die damalige Zeit konnte das komplett restaurierte Fahrzeug in Hedendorf erhalten werden und wird heute bei Oldtimerveranstaltungen genutzt. Zum Erhalt des Fahrzeugs wurde ein Förderverein gegründet und eine eigene Garage am Gerätehaus Hedendorf gebaut.

 

 

Chronik

amit auch die kleinste Ortswehr für den örtlichen Brandschutz mit einem fahrbaren Löschfahrzeug ausgerüstet werden konnte, entwarfen der damalige Kreisbrandmeister A. Heyderich und der Leiter der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Stade Kamerad Gustav Hülsen, sowie sein Stellvertreter G. Eggers einen sogenannten Schlauchanhänger der von Tragkraftspritzenfahrzeugen auf VW-Bus gezogen werden konnte.

Dieser Schlauchanhänger war bestückt mit einer Haspel für zehn B-Schläuche und zwei C-Haspeln für je sechs C-Schläuche, außerdem war im Deichselbereich Platz für zwei Schlauchbrücken. Am Vorderrahmen konnten drei Strahlrohre, zwei Äxte, ein Brechwerkzeug und ein zusätzlicher Verteiler mitgeführt werden. Gebaut wurde der Anhänger in den Jahren 1955 bis 1962 vom Schmiedemeister Martens in Agathenburg. Mindestens 30 Stück wurden im Landkreis Stade angeschafft, was für kleine Ortswehren von großem Vorteil war. Auch die Gemeinde Hedendorf konnte sich dieser Neuerung nicht verschließen, denn die Feuerwehr war noch mit einer alten Magirus Motorspritze ausgerüstet, welche von einem Unimog der Firma Völksen gezogen wurde und eine der ältesten im Landkreis war.

Auf Anraten vom Kreisbrandmeister A. Heyderich kam es nach mehreren Gesprächen dazu, dass der damalige Ortsrat aus Ende 1958 auf einer Ortsratssitzung den Beschluss fasste, für die Ortswehr Hedendorf einen VW-Bus und einen Schlauchanhänger anzuschaffen.

Der Ortsrat setzte sich aus folgenden Mitgliedern zusammen: Walter Bellmann (Bürgermeister), Jonny Burfeindt, Hinrich Mahnke, Wilhelm Cohrs, Bartold Börger, Johs Meinke, Hinrich Siebrecht, Emil Blum, Erna Scharlow.

Der Preis für das Fahrzeug und die TS betrug damals 13.200,00 DM. Das Fahrzeug wurde am 13. Dezember 1958 bei Firma Spreckelsen in Stade bestellt.

Zeitgleich wurde bei der Firma Meyer in Hagen eine neue Tragkraftspritze bestellt. Die offizielle Übergabe des Fahrzeuges und der TS erfolgte am 12. April 1959 beim alten Gerätehaus von 1902 an der Harsefelder Straße.

Feuerwehrmitglieder waren damals: Willy Dammann (Gemeindebrandmeister), Heinrich Höft (Stellvertreter), Karl-Heins Völksen (Maschinist), Jonny Burfeindt, Hans-Heinrich Wohlers, Hans-Gerhard Prigge, Willy Matthies, Hans-Hinrich Höft, Horst Rieper, Heinrich Dammann, Johs Wiebusch, Johann Fick, Rudolf zum Felde, Hans Wohlers, Hans Bremer, Adolf Dammann, Johs Wichern, Karl H. Wichern, Wilhelm Lühmann, Gerhard Pohl, Hans-Hinrich Prigge, Klaus-Heinrich Augustin.

Der erste Einsatz mit dem neuen Fahrzeug war am 17. November 1959. Um 19:40 Uhr brannte eine Remise auf dem Hof von Willy Cordes. Bereits drei Tage später am 20. November, morgens um 6:00 Uhr, folgte der nächste Einsatz. Es brannte die Kornscheune meiner Eltern, wobei die gesamte Kornernte und ein Teil der landwirtschaftlichen Maschinen ein Raub der Flammen wurden. Am 01. Dezember, abends um 18:15 Uhr, musste die Wehr abermals zu einem Scheunenbrand bei Johs Peters ausrücken. In den nachfolgenden Jahren musste die Wehr mit ihrem Fahrzeug noch zu mehreren nachbarschaftlichen Löschhilfen nach Nottensdorf, Bliedersdorf und Neukloster ausrücken. Auch zu den Sturmfluten in den Jahren 1962, sowie 1977 wurde die Ortswehr alarmiert.

Da die Ortschaft Hedendorf sich in den letzten Jahren ständig vergrößert hatte, musste der Brandschutz neu überdacht werden und so wurde im Jahre 1973 ein neues Löschgruppenfahrzeug in Dienst gestellt. Zur Abholung des neuen LF8 machten wir uns im Februar 1973 mit unserem TSF auf den Weg nach Ulm.

Dabei waren: Von der Stadt Buxtehude Herr W. Krohne als Amtsleiter, sowie Stadtbrandmeister Karl-Heins Jäschke. Von der Ortswehr Hedendorf Ortsbrandmeister Wilhelm Lühmann, Maschinist Heinz Eickhoff, Karl-Heinz Völksen und Hans-Gerhard Prigge. Zeitgleich bekam die Ortswehr Dammhausen ebenfalls ein neues LF8.

Da wir nach der Anschaffung des neuen Fahrzeugs im Dorfgemeinschaftshaus nur einen Stellplatz hatten, wir den VW aber für weitere Aufgaben benötigten, wurde eine Garage bei Herbert Dammann angemietet. Die Miete hierfür wurde aus unserer Kameradschaftskasse bezahlt. Die Wehr war inzwischen auf eine Mannschaftsstärke von über 40 Kameraden angewachsen und das TSF sollte weiter als Einsatzfahrzeug genutzt werden. Ende der achtziger Jahre brauchte Herbert Dammann für die Erweiterung seines Betriebes den Garagenstellplatz. Jetzt wurde das TSF mitsamt Schlauchanhänger wechselseitig bei Wilhelm Lühmann und Holger Jahnke untergebracht.

Es wurde dann nur noch bei Kinderfesten von einigen Kameraden für Rundfahrten genutzt. Um endlich dem ganzen Wirrwarr um die Bleibe des VWs ein Ende zu setzten wurde 2008 ein Förderverein gegründet. 2009 wurde der VW im Betrieb von Herbert Dammann von den Fördermitgliedern komplett zerlegt, alle Roststellen beseitigt, neu lackiert und im Herbst 2009 mit einem zünftigen Grillabend mit allen Beteiligten wieder in Dienst gestellt.

Nebenbei wurde noch eine Garage in viel Eigenarbeit neu erstellt und hier hat der VW jetzt endgültig sein Zuhause.

Im August 2010 habe ich von der FTZ den Tipp bekommen, dass ein alter Schlauchanhänger abzugeben war. Er wurde besichtigt und gleich mitgenommen. Daraufhin machten sich Hans Ropers, Gerhard Pohl und ich uns daran, den Anhänger zu entrosten und neu zu lackieren.

Am 01. Oktober 2010 war alles soweit fertig, dass der Schlauchanhänger seinen neuen Stellplatz neben dem TSF in der Garage beziehen konnte.

2010 waren wir schon in Dibbersen, wo ein Oldie-Treffen stattfand. Außerdem nahm Timo Berger an den Niederelbe Classics teil. Dort belegte der VW unter 111 gestarteten Fahrzeugen
den 12. Platz.

Zum Ende meiner Aufzeichnung möchte ich allen Förderern und Gönnern meinen Dank für die bisher geleistete Arbeit aussprechen. Denn es wäre schade wenn unser erstes Auto mit dem viele Einsätze gefahren wurden, so einfach verschrottet worden wäre. In der Hoffnung, dass unsere Kinder und Enkelkinder noch viel Spaß an dem Fahrzeug haben werden.

Mit kameradschaftlichen Gruß an alle Kameraden

W. Lühmann

Ortsbrandmeister von 1971 bis 1996