Die Geschichte der Ortswehr Immenbeck

 

Wohltätig ist des Feuers Macht,
wenn sie der Mensch bezähmt, bewacht
und was er bildet, was er schafft,
das dankt er dieser Himmelskraft.
Doch furchtbar wird die Himmelskraft,
wenn sie der Fessel sich entrafft,
einhertritt auf der eig’nen Spur
die freie Tochter der Natur.
   Unter diesem Geleitwort aus Schiller’s Glocke wurde im Jahre 1904, vom ”Königlichen Landratsamt” in Harburg aufgefordert, die Freiwillige Feuerwehr Immenbeck ins Leben gerufen. Am Gründungstage verpflichteten sich 29 Männer der Gemeinde zur Mitgliedschaft. Zum ersten Feuerwehrhauptmann wurde Johann Meyer (Dischers Vadder) gewählt.

 

Nach der Gründung der Feuerwehr erfolgte auch bald die Bestellung der neuen Feuerspritze, die am 20.August 1904 durch den Gemeindevorsteher Johannsen vom Buxtehuder Bahnhof abgeholt wurde. Die Kosten von 1100 Mark wurden vom angesammelten Kapital des Sparkassenüberschusses der Toststedter Sparkasse nach Genehmigung durch den Landrat beglichen. Diese Handdruckspritze , die bei voll ausgenutzter Arbeitsleistung in einer Min. 200 L. Wasser förderte, wurde von 16 Mann - je Hebel 8 Mann - bedient und von 2 Pferden gezogen. Sämtliche Zubehörgeräte, auch Schläuche, waren am Gerät befestigt. Diese Spritze wurde von 1904 bis 1942 verwendet. Sie galt damals als eine der modernsten und übertraf in ihrer Leistungsfähigkeit sogar das Buxtehuder Gerät. Bis zum Bau des Spritzenhauses war die Feuerspritze auf dem Bartmerschen Hofe untergebracht.

 

Der erste Spritzenwagen

 

Die bereits erarbeiteten und von der Gemeinde genehmigten Statuten konnten sofort in Kraft treten. Jedes Mitglied wurde durch Unterschrift zur Innehaltung verpflichtet. Im Jahre 1905 wurde das Spritzenhaus gebaut. Gesamtkosten 812,10 Mark. 

 

 

Das erste Gerätehaus

Im gleichen Jahre wurde die Wehr mit Uniformen ausgerüstet und ein Feuerlöschteich auf dem Gewese des Bartmer’schen Gutes erstellt. Bei Ausbruch des 1. Weltkrieges legte der Hauptmann Johann Meyer sein Amt nieder. An seine Stelle trat Ludwig Peters (Stobbers), der dieses Amt bis 1933 ausfüllte. Er wurde von Heinrich Cohrs (Vülls Hein) abgelöst, der dann die Wehr bis 1949, mit Unterbrechung durch Ableistung seines Kriegsdienstes, führte.

 

25 Jahre Freiwillige Feuerwehr Immenbeck

 

Im Jahre 1943, also mitten im 2. Weltkrieg, konnte Dank der beiden Bürgermeister Holst und Hastedt eine tragbare Magirus Kraftspritze in einem Einachsanhänger TSA 1006 zu einem Preis von 4.863,17 Reichsmark beschafft wer- den. Die Kosten wurden ausnahmslos durch Spenden von den Einwohnern unserer beiden Gemeinden erbracht. Am 1. März 1949 legte Brandmeister Cohrs sein Amt nieder. Auf einer außerordentlichen Generalversammlung wurde Otto Peters zum neuen Gemeindebrandmeister gewählt. Im gleichen Jahre wurde er auch mit der Führung des Unterkreises XI des Landkreises Harburg beauftragt. Ein reges Feuerwehrleben nahm nun seinen Lauf, Unterkreiswettkämpfe wurden durchgeführt, die unserer Wehr nach mehrfachen 1. Siegen den Wanderpokal erbrachten. 

 

50 Jahre Freiwillige Feuerwehr Immenbeck

 

Das 50jährige Jubiläum wurde 1954 groß gefeiert. Es wurden zahlreiche Feuerwehren zu diesem Anlass eingeladen. Eine neu aufgestellte Jugendgruppe zeigte im Wettkampf großes Können. Der Festtag endete mit einem Feuerwehrball. Die Einsatzstärke betrug zum 50 jährigem Jubiläum 30 Mann. 

Im gleichen Jahre musste bei klirrender Kälte ein Großfeuer in Rübke bekämpft werden. In vollkommen vereisten Uniformen, sich kaum noch rühren könnend, gaben alle Feuerwehrleute ihr letztes. Dankschreiben des Oberkreisdirektors und der Landschaftlichen Brandkasse bezeugen den hervorragenden Einsatz bei dem wohl größten Brand in den Dörfern unseres alten Unterkreises XI.

Im Jahre 1958 wurde eine neue VW-Motorenspritze beschafft, 1960 das dazugehörige VW-Fahrzeug. Im Februar des Jahres 1962 wurde der Unterelberaum von einer schweren Sturmflut heimgesucht. Besonders schwer betroffen wurde das Dorf Rübke unseres Unterkreises. Ein Bewohner des Dorfes fiel den Fluten zum Opfer. Die Männer unserer Wehr waren tagelang mit Einheiten der Bundeswehr im Einsatz, um unter schwersten Bedingungen in uneigennütziger Weise, teils bis zu den Hüften im Wasser stehend, sich für die Rettung von Menschen, Vieh und Inventar zur Verfügung zu stellen.

Da die Leistungen unserer Geräte den immer steigenden Anforderungen in Bezug auf Brandbekämpfung und Hilfe bei Verkehrsunfällen nicht mehr gewachsen waren, wurde im August des Jahres 1972 ein neues TS 8-Gerät mit einem dazugehörigen VW-Feuerwehrwagen beschafft. Hierfür mussten Kosten in Höhe von DM 17.000,– erbracht werden, die sich der Landkreis Harburg, die Landschaftliche Brandkasse und die Gemeinden Immenbeck und Eilendorf teilten. Im gleichen Jahre wurde Otto Peters, der bereits von einer tückischen Krankheit gezeichnet war, nach 24jähriger Tätigkeit als Gemeindebrandmeister und Führer des Unterkreises XI des alten Landkreises Harburg in einer würdigen Feierstunde verabschiedet. Er wurde noch im gleichen Jahre mit großer Ehrung zu Grabe getragen. An seiner Stelle wurde sein Sohn Kurt Peters nach der bereits im Juli 1972 durchgeführten Gebiets- und Verwaltungsreform als neuer Ortsbrandmeister der Ortschaften Immenbeck und Eilendorf bestätigt. 

 

75 Jahre Freiwillige Feuerwehr Immenbeck

 

Nach Durchführung der Reformen wurde unsere Wehr als Bestandteil der Stadtfeuerwehr Buxtehude übernommen. Im Jahre 1979 konnte die Freiwillige Feuerwehr Immenbeck ihr 75jähriges Bestehen feiern. Dieser Tag wurde mit einem Empfang im Gasthaus Benecke, Eilendorf, und den anschließenden Wettkämpfen mit nachfolgendem Feuerwehrball groß und würdig begangen.

Im Jahre 1983 wurde der Grundstein für ein neues Feuerwehrhaus gelegt. Symbolisch wurde ein Vermächtnis in Form eines Auszuges aus der vom Gründungstage an geführten Chronik unserer Wehr eingemauert. Am 26. Oktober 1984 wurde der Neubau in Anwesenheit des Kreisbrandmeisters Theo Dankert, des Bürgermeisters der Stadt Buxtehude Hampe, mehrere Herren der Stadtverwaltung und unter großer Teilnahme der Einwohner unserer Dörfer gerichtet, am 22 Juni 1985 in einer denkwürdigen Feierstunde eingeweiht und bezogen.

1987 wurde die Wehr nochmals mit einem neuen Fahrzeug und mit schwerem Atemschutzgerät ausgerüstet, so dass die Einsatzbereitschaft der Freiwilligen Feuerwehr Immenbeck, dank eines guten Ausbildungsstandes und steter Einsatzfreudigkeit unserer Männer, zu jeder Zeit gesichert ist. 

 

 

Großbrand 1964

 

Am 29. August 1964 verbrannte eine 40 Meter lange und 20 Meter hohe Scheune auf dem Bartmerschen Gutshof in Immenbeck. In kürzester Zeit erschienen sämtliche Wehren des Unterkreises 11, ferner aus Buxtehude mit drei Zügen, Altkloster, Harburg, Stade, Moisburg und Daensen. Sie mussten sich zunächst darauf  begrenzen, die umstehenden Gebäude zu schützen. Es gelang den Rinderstall, der mehr als 60 Rinder beherbergte, in letzter Minute zu retten. Ein fünfjähriger Junge zündete die Scheune mit Streichhölzern an, dabei entstand ein Schaden von ca. 250.000 DM.