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In den folgenden Einträgen sind die Berichte der Buxtehuder Ortswehren zu finden.

Datum
Meldung Beteiligte Buxtehuder Ortswehren
17.09.2018

 

Zug I

150 Jahre ehrenamtlich im Einsatz

Zug I der Ortsfeuerwehr Buxtehude hat am Montagabend im Gerätehaus mit einem Festakt mit mehr als 250 Gästen seinen 150. Geburtstag gefeiert. Buxtehudes Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt lobte das ehrenamtliche Engagement der rund 70 Feuerwehrleute von Zug I.
Die Bürgermeisterin nahm die Gäste mit auf eine Zeitreise – in 15 Minuten durch 150 Jahre Feuerwehrgeschichte. Die Freiwillige Feuerwehr Buxtehude (Zug I) war am 17. September 1868 aus der Taufe gehoben worden. Die Gründung verlief „nicht ohne Kontroversen“. Dem Feuerwehrwesen fehlte seinerzeit die „Professionalität“. Das Buxtehuder Wochenblatt, Vorläufer des Buxtehuder TAGEBLATT, warb 1868 angesichts der Missstände beim Brandschutz für die Einführung einer freiwilligen Feuerwehr.
Letztlich setzten sich der Magistrat und das Bürgervorsteherkollegium durch, und so konnten mutige und weitsichtige Männer den „Feuerlösch- und Rettungsverein Buxtehude“ aus der Taufe heben.
Damit endete in Buxtehude fast das Mittelalter – und das Zeitalter der Pflichtfeuerwehr. Denn über Jahrhunderte waren alle Bürger verpflichtet, bei einer „Feuersnoth“ schnell mit „Feuereymern an den Orth, da sich die Feuersbrunst erhoben“ zu eilen, um das Feuer „zu dämpfen“, wie es in der Feuerordnung von 1634 hieß. Jeder musste damals einen wassergefüllten Eimer in der Küche bereithalten. Dieser war aus Holz oder aus Leder und als Löschgerät nicht gerade effektiv. Oldenburg-Schmidt erinnerte in diesem Zusammenhang an den Buxtehuder Hutmacher Johann Heinrich Behrmann, dessen Löscheimer aus Filz fand in Hannover keine Unterstützung.
Präses wurde Johann Meywald. Die Freiwilligen erhielten Uniformen und Ausrüstung wie Helm und Beil und bezogen das Spritzenhaus im Schatten der St.-Petri-Kirche. Erst 1901 wurde der Verein in Freiwillige Feuerwehr umbenannt.
Die Freiwilligkeit setzte sich durch, ab 1921 konnte auf die Einzugsbefehle endgültig verzichtet werden, die (mittelalterliche) Pflichtfeuerwehr war endgültig Geschichte. Die Bürgermeisterin lobte das Engagement vor Ort, eine Rückkehr zur Pflichtfeuerwehr wie in List auf Sylt sei in der Stadt Buxtehude kein Thema. Die Wehr sei heute gut aufgestellt, sagte die Rathaus-Chefin mit Blick auf Ausstattung und Gerätehaus. 1975/1979 und 1988/1998 hatte Zug I für Neubauten kämpfen müssen.
Kurz ging Oldenburg-Schmidt auf die großen Feuersbrünste der Stadtgeschichte ein: die Großfeuer in der Altstadt von 1911 und 1980, der Großbrand bei Synthopol (2000) und in der Naturfarbenfabrik Reincke (2016). Damit Zug I auch in Zukunft für Großfeuer gerüstet ist, wird 2019 ein neues Großlöschfahrzeug (TLF 4000) als Ersatz für das mehr als 30 Jahre alte Sonder-Löschfahrzeug für knapp 400 000 Euro angeschafft. Außerdem werde die Stadt Buxtehude ab 2019 erstmals einen hauptberuflichen Gerätewart einstellen, kündigte der Vorsitzende des Inneren Ausschusses, Christian Krüger (SPD), am Rande des Festaktes gegenüber dem TAGEBLATT an.
Von der Ausstattung – ausgelegt auf das Gefahrenpotenzial in der Industrie und die historische Altstadt – profitiere das gesamte Umland, unterstrich Kreisbrandmeister Peter Winter. Er dankte den Feuerwehrleuten und ihren Familien sowie den Arbeitgebern. Als der Kreisbrandmeister den 90-jährigen Ehren-Stadtbrandmeister Karl-Heinz „Kuddel“ Jäschke für 75 Jahre Mitgliedschaft in der Feuerwehr auszeichnete, erhoben sich die Gäste von ihren Plätzen – und applaudierten.
Ortsbrandmeister Jürgen Meyer unterstrich, dass die ‚Gräben‘ zwischen Buxtehude und Altkloster überwunden seien. „Kein Zug kommt mehr ohne den anderen aus, wir sind zu einer Ortswehr zusammengewachsen“, sagte Ortsbrandmeister Meyer. 1954/1955 waren beide Wehren zusammengelegt worden. Altkloster gehört erst seit 1932 zur Stadt Buxtehude, die Feuerwehr in Altkloster wurde am 17. August 1894 gegründet. Nächstes Jahr wird das Jubiläum groß gefeiert.
Kurz nach den Reden fuhr ein Laster vor. Stadtbrandmeister Horst Meyer – er war aus steuertechnischen Gründen als Vorsitzender des Fördervereins der Gastgeber der durch Spenden finanzierten Feier – und sein Bruder Gerd ließen ein besonderes Geschenk abladen: einen Gedenkstein mit dem Buxtehuder Wappen. Der wird jetzt 18 Meter entfernt von der Kreisstraße auf dem Hof von Zug I aufgestellt – als bleibendes Denkmal.
Bis tief in die Nacht feierten Feuerwehrleute aus dem Südkreis, Mitglieder des Fördervereins und Gäste aus Politik und Wirtschaft im Gerätehaus – zu Live-Musik mit Regina von Allwörden und Craig Te Paa. Nach dem „Tag der offenen Tür“ im Juni und der Stadtbrandübung im August steht in knapp zwei Wochen das große Finale an: die große Fahrzeugschau in der Altstadt.

Fahrzeugschau in der Altstadt

Wer das „Blaulichtmilieu“ liebt, müsse am Sonntag, 30. September, von 12 bis 17.30 Uhr zur großen Fahrzeugschau in die Buxtehuder Altstadt kommen, sagte Zugführer Daniel Janssen beim Festakt in der Fahrzeughalle des Gerätehauses von Zug I im Westmoor. 92 Fahrzeuge, ein Drittel davon Oldtimer, werden ausgestellt. Auch das Tanklöschfahrzeug „Hein Köpcke“ von 1956 von Zug I wird nach aufwendiger Restaurierungsarbeit präsentiert. Auch sein baugleicher Zwillingsbruder aus Harsefeld ist dabei. Die Jorker und die Horneburger bringen ihre „Oma“ beziehungsweise ihren „Max“ mit. Die Feuerwehr präsentiert sich parallel zum verkaufsoffenen Sonntag mit Oktoberfest und Handwerkermarkt.

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Die beiden Vize-Zugführer Sebastian Hinsen und Nils Carstensen präsentieren gemeinsam mit Stadtbrandmeister Horst Meyer, Kreisbrandmeister Peter Winter, Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt (parteilos), Vize-Stadtbrandmeister Hans-Jürgen Neumann, Ehren-Stadtbrandmeister Karl-Heinz Jäschke, Ortsbrandmeister Jürgen Meyer und Zugführer Daniel Janssen (von links) ein Foto zum 150. Geburtstag.

Text & Foto: Buxtehuder Tageblatt

Erstellt von gpe am 17.09.2018
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